Millstatt, 30. Juni 2026 – Ein plötzlich aufziehendes Unwetter sorgte am Dienstagnachmittag für zahlreiche Einsätze rund um den Millstätter See. Gemeinsam mit der Wasserrettung Döbriach, der Wasserrettung Ferndorf, der Feuerwehr Seeboden sowie der Feuerwehr Matzelsdorf stand die Freiwillige Feuerwehr Millstatt innerhalb kürzester Zeit mehrfach im Einsatz.

Binnen weniger Minuten änderten sich die Verhältnisse am Millstätter See dramatisch. Aus nahezu Windstille entwickelten sich starke Sturmböen mit hohen Wellen, wodurch zahlreiche Wassersportler in Not gerieten.

Bereits rund fünf Minuten nach Einsetzen des Sturms wurde die Freiwillige Feuerwehr Millstatt zu einem umgestürzten Baum auf der B98 zwischen Millstatt und Pesenthein alarmiert. Während der Anfahrt stellte sich jedoch heraus, dass zusätzlich ein größerer Felssturz die Fahrbahn teilweise verschüttet hatte. Aufgrund des Ausmaßes des Ereignisses wurde umgehend die Freiwillige Feuerwehr Matzelsdorf zur Unterstützung nachalarmiert.

Die Einsatzkräfte sicherten zunächst die Gefahrenstelle, regelten den Verkehr und verständigten die zuständige Straßenverwaltung. Da den Feuerwehrkräften bekannt war, dass der Rettungsdienst zeitgleich zu einem Verkehrsunfall unterwegs war und die B98 als Zufahrtsstrecke benötigte, wurden die Räumungsarbeiten vorerst bewusst zurückgestellt. Dadurch konnte sichergestellt werden, dass die Einsatzfahrzeuge der Rettung die Unfallstelle in beide Richtungen ungehindert passieren konnten. Erst nach Abschluss des Rettungseinsatzes wurden die weiteren Maßnahmen an der Einsatzstelle in enger Abstimmung mit der Straßenverwaltung fortgesetzt.

Nur kurze Zeit später folgte die nächste Alarmierung. Gemeinsam mit der Österreichischen Wasserrettung Döbriach, der Österreichischen Wasserrettung Ferndorf sowie der Feuerwehr Seeboden wurde die Feuerwehr Millstatt zu mehreren Notfällen auf den Millstätter See gerufen. Gemeldet wurden zwei Stand-up-Paddler, zwei Kanufahrer, ein Schwimmer sowie ein herrenlos treibendes Boot.

Laut Augenzeugen waren die beiden Stand-up-Paddler durch die plötzlich auftretenden Sturmböen ins Wasser gestürzt. Ihre Paddel wurden vom Wind mehrere hundert Meter über den See verweht. Im Zuge der Suchmaßnahmen konnte eine Person noch im Wasser angetroffen werden. Diese bestätigte den Einsatzkräften, dass ihr Begleiter das Ufer bereits selbstständig und unverletzt erreicht hatte.

Auch ein Schwimmer, der aufgrund der plötzlich aufkommenden Wellen in eine Notlage geraten war, konnte dank einer genauen Personenbeschreibung rasch lokalisiert und sicher ans Ufer gebracht werden.

Das herrenlos treibende Boot wurde durch die Einsatzkräfte gesichert, um eine Gefährdung anderer Wasserfahrzeuge auszuschließen. Darüber hinaus wurden zahlreiche durch den Sturm ins Wasser gelangte Hindernisse, darunter Holzstücke und Fässer, geborgen und entfernt.

Nach Abschluss der zahlreichen Unwettereinsätze wurde die Freiwillige Feuerwehr Millstatt zu einem gesunkenen Elektroboot alarmiert.

Vor Ort stellte sich heraus, dass das an einem Steg befestigte Elektroboot vollständig mit Wasser vollgelaufen und gesunken war. Zur Unterstützung wurden die Wasserrettung mit ihren Tauchern sowie Hebekissen nachalarmiert.

Mithilfe der Hebekissen wurde das Boot wieder an die Wasseroberfläche gebracht und gesichert. Anschließend wurde das eingedrungene Wasser mittels Pumpen aus dem Boot gepumpt.”

Zeitgleich standen weitere Einsatzkräfte im gesamten Gemeindegebiet Millstatt im Einsatz. Mehrere durch den Sturm umgestürzte Bäume mussten von Straßen entfernt werden. Zusätzlich wurde eine in einem Lift eingeschlossene Person rasch und unverletzt aus ihrer misslichen Lage befreit.

Dank der hervorragenden Zusammenarbeit aller eingesetzten Organisationen konnten sämtliche Einsätze erfolgreich und ohne Personenschäden abgeschlossen werden.

Bericht & Bilder: FF Millstatt


Fabian Nikolasch

Mitglied ÖA-Team | Freiwillige Feuerwehr Millstatt